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Kutteryacht Ylva 
ex: Independence IV
Schiffstyp: Kutteryacht
Rigg: Bermudakutter
Segelzeichen: XI
Rufzeichen: DDEL
Werft: Neglinge Varvet August Plym, Stockholm
Baujahr: 1934
Design: Knut Ljungberg
Heimathafen: Kiel

technische Daten

Lüa: 18,00 m
LüD: 16,00 m
Breite: 3,50 m
Tiefgang: 2,00 m
Verdrängung: 21 t
Ballast: 6 t
Segelfläche: 140 m²
Maschine: Daimler Benz OM 314, 80 PS
Kojen: 6 Gäste- und 2 Eignerkojen

Schiffshistorie

  • wurde 1933/34 auf der Neglinge-Varvet des schwedischen Ingenieurs August Plym in Stockholm als ''Independence IV'' für den betuchten deutschen Motorboot-Rennfahrer Kurt Heinicke gebaut
  • Die Werft galt als eine der besten Adressen Skandinaviens. Der Riss stammt aus der Feder von Knut Ljungberg als Modifikation des englischen Kutteryachttyps mit geradem Vorsteven und langem Yachtheck und konzipiert als Tourensegler mit guten Raumschots-Eigenschaften.
  • So entstand ein sehr sorgfältig und mit besten Materialien gebautes Komposit aus engstehenden verzinkten Stahlspanten und aufgenieteten Planken aus 40 mm Tabasco-Mahagonie. Für Deck und Aufbau wählten die Bootsbauer Teak und Pitchpine in gleichen Dimensionen.
  • Plyms Philosophie verlangte, dass ein Holzschiff nicht mehr ''als einen Schwamm Wasser'' machen durfte. Seinen eigenen Anspruch krönte er, indem er die Bauteile so passgenau arbeiten ließ, dass er auf jegliche Baumwolle oder andere Dichtstoffe beim Beplanken verzichten konnte.
  • Die Yacht entspricht auch nach 7 Jahrzehnten kompromißlosen Segelns noch Plyms Anschauung, wie das Gutachten eines angesehenen Surveyors im Frühjahr 2002 wieder eindrucksvoll unter Beweis stellte
  • Die Yacht war von Beginn an Mitglied der vornehmen Königlich-schwedischen Segelgesellschaft KSSS. Heute noch ziert ein Emblem das Ruder des Schiffes. Häufiger Gast an Bord war seinerzeit u.a. der als ''Seeteufel'' bekanntgewordene Felix Graf von Luckner.
  • Nach dem Kriege war ''Ylva'' die erste ausländische Yacht, die Kiel besuchte.
  • In den 50er Jahren war die Yacht ein bekanntes Schmuggelschiff auf der Ostsee und viele Geschichten um Liebe, Lust und Leidenschaften sind mit ihrer wechselvollen Geschichte verknüpft
  • 1963 erhielt die Crew unter Skipper H.A. Krüger den Kronenkompass des KYC für die ''beste hochseeseglerische Leistung des Jahres'' (Schlimbach-Preis). Viele weitere Preise für spektakuläre Atlantikreisen folgten. Skipper und Schiff wurden zur Legende und mancher bekannte deutsche Hochseesegler sammelte unter Krügers Anleitung seine ersten Meilen.
  • Danach setzte eine Hamburger Segelschule die ''Ylva'' in der Ausbildung ihrer Segelschüler ein und Generationen von Seglern wuchsen an Deck der schönen Schwedin die ''Seebeine''
  • Das Deck mit seinen langen durchgehenden Pitchpine-Planken ist im Übrigen immer noch das Original von 1934 und in tadellosem Zustand
  • Im Jahr 1996 wurde das Schif erneut verkauft und erhielt eine umfassende Restaurierung. Dabei rekonstruierten man insbesondere auch das wertvolle Interieur, das im Segelschulbetrieb arg gelitten hatte. Rumpf, Deck, Maschinenanlage sowie Rigg folgten.
  • ''Ylva'' ist unter klassischen Yachten eine absolute Rarität, ein Glücksfall der Geschichte, eine segelnde Gebrauchsantiquität allererster Qualität, die sich heute noch nahezu in ihrem Originalzustand von 1934 präsentiert.

weitere Informationen auf yachtbild.de

  • 16. Hanse Sail Rostock vom 10.-13. August 2006 
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